06/07/2021 – CONREN Newsletter

Sehr geehrte Damen und Herren,

Auch während des 2. Quartals prägten aus makroökonomischer Perspektive vor allem Inflationsbefürchtungen das Marktgeschehen. Per Mitte Juni, nachdem die US-Zentralbank auf ihrer zweitägigen Sitzung ihre Rhetorik hinsichtlich Inflationseinschätzung und künftiger Zinspolitik gegenüber früheren Aussagen aktualisiert hatte, trübte sich die Lage an den Märkten etwas ein. Dies war aber nur von kurzer Dauer, so konnten die meisten Indizes auch im letzten Monat des ersten Halbjahres eine positive Performance verzeichnen.     

Chart: US Fed „Dot Plot“
Stand Juni 2021

Während der Markt bereits in 2022 mit einer Zinserhöhung rechnet, sieht der Median der FOMC Mitglieder noch keinen Zinsschritt in 2022. In 2023 werden mittlerweile jedoch 2 Zinsschritte antizipiert.
 
Quelle: Bloomberg
 
In unserem Marktkommentar zum zweiten Quartal, „Sommer 2021“, beleuchten wir einer der derzeit zentralsten Sorgen vieler Anleger: Die Rückkehr höherer Inflationsraten und weshalb Basiseffekte, die Erholung der Wirtschaft aus der weltweiten COVID-Krise und damit Güterpreissteigerungen aufgrund von Engpässen bei vielen Lieferketten zu den wesentlichen Treibern der (zwischenzeitlich) höheren Inflationsraten gehören. Eine in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtige Frage für Anleger ist der Einfluss von Inflation auf die Entwicklung der unterschiedlichen Assetklassen.

Was die Portfolios betrifft, haben wir im Juni lediglich geringfügige Änderungen vorgenommen: auf der Aktienseite haben wir zyklische Werte leicht abgebaut, dies Zugunsten einer höheren Allokation in Wachstumsunternehmen. Die vorhandenen Liquiditätsquoten (zwischen 5% und 10%) möchten wir während möglichen Rücksetzern in den saisonal anfälligen Sommermonaten (niedrige Volumina mit zum Teil fundamental nicht immer nachvollziehbaren Schwankungen) für ausgewählte Zukäufe oder Aufstockungen nutzen. Bei Anleihen behalten wir eine niedrige Duration bei, wobei auf diesen Niveaus insbesondere US-Staatsanleihen durchaus interessant werden (selbst nach Kosten von Fremdwährungsabsicherungen EURUSD). Die USD Aktien-Fremdwährungsbestände haben wir derzeit nicht gegen EUR abgesichert (bei Anleihen jedoch mehrheitlich schon).
Trotz punktuellen Blasenbildungen bleiben wir – nicht zuletzt aufgrund der weiterhin zu erwartenden positiven Q2-Berichtssaison unserer Portfoliounternehmen, optimistisch was die weitere Entwicklung angeht. Daher werden wir an der insgesamt hohen Aktiengewichtung (auch im Bereich der ausgewogenen Multi Assets Portfolios) festhalten.

Mit besten Grüßen
Patrick Picenoni